telc B1 Sprachbausteine: die Grammatik, die geprüft wird — durchgearbeitet

Im Teil Sprachbausteine prüft telc B1 deine Grammatik direkt, und er belohnt eine bestimmte Fähigkeit: einen Satz zu lesen und die eine passende Form zu erkennen. Diese Seite arbeitet einen kompletten Lückentext durch — jede Option erklärt, richtig und falsch —, damit du genau siehst, wie der Teil denkt. Es ist ein echter Lösungsschlüssel, kein Quiz: Es geht um die Begründungen.

Überflieg zuerst den Grammatikumfang unten, damit du weißt, was der Teil verlangen kann. Dann arbeite den Lückentext durch: deck den Lösungsschlüssel ab, wähl für jede Lücke eine Option und lies erst danach, warum die richtige richtig ist und die beiden anderen scheitern.

Was der telc-B1-Teil Sprachbausteine prüft

Sprachbausteine ist der Grammatikteil von telc Deutsch B1: kurze Texte mit Lücken, wert 30 der 225 schriftlichen Punkte. Er fragt nie einen Grammatikbegriff ab — er prüft, ob du das eine Wort wählen kannst, das einen Satz korrekt hält. Jede Lücke gehört zu einer kleinen, vorhersehbaren Menge von Strukturen. Kenn diesen Umfang, und du weißt, was du wiederholen musst.

  • Verben mit fester Präposition und dem Kasus, den sie verlangt (sich anmelden für + Akkusativ, warten auf + Akkusativ, teilnehmen an + Dativ).
  • Nebenordnende Konjunktionen (und, aber, denn) gegenüber unterordnenden (weil, dass, obwohl) — und die je andere Wortstellung.
  • Relativpronomen: Genus und Numerus vom Bezugsnomen, Kasus aus ihrer Rolle im Relativsatz.
  • Wortstellung: Verb an zweiter Stelle im Hauptsatz, am Ende im Nebensatz, Inversion nach einem vorangestellten Element.
  • Kasus nach Wechselpräpositionen (in, an, auf): Akkusativ bei Bewegung, Dativ bei Position.
  • Indirekte Fragen: ob für eine Ja/Nein-Frage, ein w-Wort für den Rest, Verb am Ende.
  • Konjunktiv II für höfliche Bitten (könnten Sie, ich würde gern) und irreale Bedingungen.
  • Verbindungsadverbien (deshalb, trotzdem, außerdem) — nach ihnen kommt sofort das Verb, anders als nach einer Konjunktion.

Der durchgearbeitete Lückentext

So arbeitest du: Lies die E-Mail einmal, dann wähl für jede nummerierte Lücke die Option, die du nehmen würdest, bevor du auf den Lösungsschlüssel schaust. Lies die Begründung erst, wenn du dich festgelegt hast — raten und dann prüfen ist es, was die Regel verankert.

Marek schreibt einer Freundin über einen Deutschkurs. Fünf Wörter fehlen — jedes mit drei Optionen, nur eine ist richtig.

Liebe Sabine, endlich habe ich mich 1 den Deutschkurs an der Volkshochschule angemeldet. Der Kurs beginnt nächste Woche, 2 ich freue mich schon sehr darauf. Die Lehrerin, 3 uns unterrichtet, kommt aus Leipzig. 4 ich abends arbeite, gehe ich in den Vormittagskurs. Könntest du mir sagen, 5 ich für die erste Stunde ein Wörterbuch mitbringen soll? Viele Grüße Marek

Der Lösungsschlüssel, Lücke für Lücke

Lücke 1 — die Präposition nach sich anmelden

Das Verb ist sich anmelden, und die feste Präposition für das, wofür man sich anmeldet, ist für + Akkusativ — für den Deutschkurs. Lern das Verb mit seiner Präposition als eine Einheit; sie lässt sich nicht aus dem Englischen ableiten.

  • fürRichtig

    Richtig. sich für etwas anmelden ist die feste Verbindung, und für regiert den Akkusativ — deshalb heißt der Artikel den (maskulin Akkusativ).

  • anFalsch

    Falsch. an gehört zu anderen Verben (denken an, sich erinnern an), nicht zu sich anmelden, und es würde eine andere Struktur verlangen (an dem / am).

  • aufFalsch

    Falsch. auf ist die Präposition für sich freuen auf und warten auf — eine naheliegende Falle, weil zwei Zeilen weiter ich freue mich … darauf steht — aber anmelden nimmt sie nicht.

Regel: Viele deutsche Verben binden eine feste Präposition (sich freuen auf, warten auf, denken an, sich anmelden für). Der Kasus steht mit ihr fest — für ist immer Akkusativ.

Tipp: Wenn eine Lücke direkt nach einem reflexiven Verb steht, frag dich zuerst, welche Präposition das Verb 'besitzt', bevor du die Optionen liest.

Lücke 2 — zwei vollständige Sätze verbinden

Beide Seiten sind vollständige Hauptsätze mit dem Verb an zweiter Stelle (beginntfreue). Zwei Hauptsätze zu verbinden verlangt eine nebenordnende Konjunktion, und und ist die neutrale. Eine unterordnende Konjunktion schickte das Verb ans Ende — aber freue bleibt an zweiter Stelle, also kann es keine sein.

  • undRichtig

    Richtig. und ordnet die beiden Hauptsätze nebeneinander und lässt ich freue mich mit dem Verb an zweiter Stelle — genau so, wie der Satz es zeigt.

  • weilFalsch

    Falsch wegen der Wortstellung. weil ist unterordnend und verlangte …, weil ich mich schon sehr darauf freue mit freue am Ende. Der Satz behält freue an zweiter Stelle, also passt weil nicht.

  • dassFalsch

    Falsch. dass leitet einen Inhaltssatz nach Verben wie sagen oder glauben ein und schickt das Verb ebenfalls ans Ende. Hier gibt es kein solches Verb, und die Wortstellung schließt es aus.

Regel: Nebenordnende Konjunktionen (und, aber, oder, denn, sondern) verbinden zwei Hauptsätze und ändern nichts an der Wortstellung. Unterordnende (weil, dass, wenn, obwohl) schieben das Verb ans Ende ihres Satzes.

Tipp: Schau, wo das Verb nach der Lücke steht. Verb an zweiter Stelle → ein nebenordnendes Wort. Verb ganz am Ende → ein unterordnendes.

Lücke 3 — das Relativpronomen

Das Pronomen bezieht sich auf die Lehrerin (feminin) und ist Subjekt seines eigenen Satzes — es unterrichtet — steht also im Nominativ. Feminin Nominativ ist die.

  • dieRichtig

    Richtig. Feminin, Singular und Nominativ, weil das Pronomen Subjekt von unterrichtet ist: die Lehrerin, die uns unterrichtet.

  • derFalsch

    Falsches Genus. der ist maskulin Nominativ (oder feminin Dativ/Genitiv). Das Nomen ist die Lehrerin, feminin, und das Pronomen ist Subjekt, also passt keine Lesart.

  • derenFalsch

    Falsch. deren ist der feminine/plurale Genitiv — 'deren'. Es hieße, die Lehrerin besitzt etwas im Satz, aber hier unterrichtet sie einfach, also ist der Kasus Nominativ, nicht Genitiv.

Regel: Ein Relativpronomen bekommt Genus und Numerus vom Bezugsnomen, aber seinen Kasus von seiner Rolle im Relativsatz. Subjekt → Nominativ; direktes Objekt → Akkusativ; Besitz → Genitiv (dessen/deren).

Tipp: Finde das Verb im Relativsatz und frag, wer es tut. Ist das Pronomen der Täter, steht es im Nominativ — pass es ans Genus des Nomens an, fertig.

Lücke 4 — 'weil' am Satzanfang

Der Satz hat sein Verb ganz am Ende (ich abends arbeite), und der Hauptsatz nach dem Komma beginnt mit seinem Verb (gehe ich). Dieses Muster — Verb am Ende, dann Inversion — ist das Kennzeichen eines Nebensatzes an erster Stelle, und die Bedeutung ist kausal, also passt Weil.

  • WeilRichtig

    Richtig. Es schickt arbeite ans Ende seines Satzes und löst die Inversion gehe ich im Hauptsatz aus — beides im Satz sichtbar.

  • DennFalsch

    Falsch. denn ist nebenordnend und kann weder den Satz eröffnen noch das Verb ans Ende schicken. Mit denn hieße es Ich gehe …, denn ich arbeite abends — nicht der gegebene Satz.

  • TrotzdemFalsch

    Doppelt falsch. trotzdem heißt 'dennoch', nicht 'weil', und es ist ein Adverb: danach kommt sofort das Verb (Trotzdem gehe ich), es kann also nicht ich abends arbeite folgen.

Regel: Steht ein weil-Satz vorn, füllt der ganze Satz Position 1, also muss der Hauptsatz mit dem Verb beginnen: Weil ich arbeite, gehe ich …. denn kann das nie — es verbindet nur zwei Hauptsätze und kann den Satz nicht eröffnen.

Tipp: weil und denn heißen beide 'weil', und der Sprachbausteine-Teil bietet gern beide an. Entscheide über die Wortstellung, nicht die Bedeutung: Verb am Ende → weil; zwei Hauptsätze in normaler Stellung → denn.

Lücke 5 — die indirekte Frage

Der Hauptsatz Könntest du mir sagen … verbirgt eine Ja/Nein-Frage ('soll ich ein Wörterbuch mitbringen — ja oder nein?'). Eine indirekte Ja/Nein-Frage wird mit ob eingeleitet, das Verb steht am Ende (mitbringen soll).

  • obRichtig

    Richtig. ob macht aus einer Ja/Nein-Frage eine indirekte und behält soll am Ende: …, ob ich … mitbringen soll.

  • dassFalsch

    Falsch. dass berichtet eine Tatsache ('… dass ich ein Wörterbuch mitbringen soll'), aber der Satz fragt, er stellt nicht fest. Das Fragezeichen am Ende verrät es.

  • wennFalsch

    Falsch. wenn heißt 'falls/wenn' als Bedingung ('wenn ich ein Wörterbuch mitbringe, dann …'). Hier ist nichts bedingt — du fragst, ob du eins mitbringen sollst — also ob, nicht wenn.

Regel: Indirekte Fragen behalten das Verb am Ende. Beginnt die direkte Frage mit einem Fragewort (wann, wo, warum), nimm es wieder; ist es eine reine Ja/Nein-Frage, nimm ob. dass steht für Aussagen, nicht für Fragen.

Tipp: Mach daraus wieder eine direkte Frage. 'Soll ich ein Wörterbuch mitbringen?' hat kein Fragewort und wird mit ja/nein beantwortet → ob. Kannst du nur mit einer Information antworten, brauchst du ein w-Wort.

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